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Test: Roomba j7+

Wer kennt noch den alten Schlager mit dem Songtext: "Das bisschen Haushalt macht sich von allein"? Wir alle wissen jedoch, dass sich der Haushalt nicht von allein macht und wir mühsame Stunden investieren müssen, um unsere Wohnungen sauber zu halten. Am Schlimmsten finde ich persönlich das Staubsaugen. Es dauert lange, ist laut und man bekommt von der einseitigen Belastung Rückenschmerzen. Wenn ich doch nur auf dem Sofa liegen könnte und jemand für mich saugen würde oder noch besser: Wenn ich von der Arbeit nach Hause käme und die ganze Wohnung wäre gesaugt. Ein Staubsauger-Roboter schien mir hier die perfekte Lösung. Ein Gerät, das auf meinen Befehl hin saugt und mir so anstrengende Stunden erspart. Und ich merke beim Recherchieren, ich bin nicht die Einzige, die dieses Bedürfnis hat. Der Markt hat eine unglaubliche Produktvielfalt in unterschiedlichsten Preissegmenten zu bieten. Auch finde ich heraus, dass bereits seit 1899 die Idee eines elektrischen Wischmopps besteht, der die Hausarbeit erleichtert.

Roomba j7+

So zog bei mir zu Hause der Saugroboter Roomba j7+ ein. Versprochen wurde mir ein intelligentes Gerät, das Hindernisse durch PrecisionVision erkennt und das intelligent manövriert. Der Roboter reinigt gezielt und in klaren Linien. Das speziell entwickelte Reinigungssystem führt zu einem blitzblanken Zuhause: Der Dreck wird in die Absaugstation gesaugt.

Der Roboter besitzt zudem eine reaktive Sensortechnologie. Dadurch weiss er genau, ob die Stelle für ihn zugänglich ist oder nicht. So soll die Feststeckgefahr minimiert werden.

Erste Schritte

Ich bin begeistert. Auch gefällt mir das Design des Geräts. Natürlich, Roboterstaubsauger sind keine Schönheiten. Die matte schwarze Farbe und die Verarbeitung gefallen mir jedoch gut und ich hatte nicht das Gefühl, ich müsse den Sauger verstecken.

Nur noch schnell die App herunterladen und es kann losgehen. Der Roboter muss zuerst die Wohnung kennenlernen und eine Karte anfertigen. Hier habe ich gemerkt, dass je besser die Karte von Anfang an ist, desto besser die Reinigung. Ich habe in meiner Vorfreude also den iRobot sofort "losgeschickt", um eine Karte anzufertigen und dazu auch gleich zu reinigen. Ich habe aber gemerkt, dass es besser wäre, den Roboter nur durch die Wohnung fahren zu lassen.

Hierzu habe ich alle Stühle und Vasen hochgestellt, damit die Karte so akkurat wie möglich gemacht wird. Achtung, dies benötigt viel Zeit. Am besten lässt man dies machen, wenn man nicht zu Hause ist. So ist man dem Sauger auch nicht im Weg. Für mich sind folgende Punkte sehr wichtig bei der Reinigung und auf diese möchte ich eingehen: Sauberkeit, Hindernisumgehung und die eingebaute Sensortechnologie.

Sauberkeit

Hier muss ich erwähnen, dass ich kein Härtefalltester bin. Es gibt viele Tests im Internet, wo Reis oder Mehl auf dem Boden verteilt und dann zugeguckt wird, wie der Sauger damit zurechtkommt. Dies ist spannend anzusehen, jedoch für mich eher unwichtig, da ich solchen extremen Schmutz nie habe. Ich möchte, dass mein alltäglicher Schmutz, Staub und Haare gründlich gesaugt werden.

Ich besitze kein Haustier, habe jedoch lange Haare und diese landen oft auf dem Boden. Ich habe meinen Roboter so eingestellt, dass er von Montag bis Freitag jeden Tag um 9 Uhr die Wohnung reinigt. Perfekt ist der Sauger, um Krümel, Staub und Haar in grossen Wohnräumen zu entfernen. So zum Beispiel unter dem Esstisch. Die Krümel wurden problemlos entfernt.

Einmal in der Woche habe ich jeweils die Stühle hochgestellt, so konnte ohne Hindernisse durchgesaugt werden. Hier waren die Ergebnisse noch besser. Auch der Teppich in der Wohnung wurde gut gereinigt. Meine Couch ist zu tief, so konnte der Roboter nicht unten durchfahren. Den Staub, den ich mit meinem Saugrohr erwische, wurde hier nicht entfernt.

Der offensichtliche Schmutz, Krümel und Haare wurden jedoch immer beseitigt. Das hat bei mir das Gefühl einer sauberen Wohnung hinterlassen. Beim genauen Hinsehen merke ich jedoch, dass ich in den Ecken und Nischen trotzdem immer noch saugen muss. Hier war mir der Sauger zu wenig gründlich.

Ein weiterer Minuspunkt war die Zeit, die der Sauger brauchte, um meine Wohnung zu putzen. Für 90 Quadratmeter brauchte er mindestens 1.5 Stunden. Dazu kommt, dass der Sauger nicht sehr leise ist. Für mich war es also keine Option, auf dem Sofa zu entspannen und dazu den Sauger laufen zu lassen. Achtung: Das Absaugen in den Staubsack kann bis zu 78 Dezibel laut werden. Gar nicht so angenehm.

Hindernisumgehung und Sensortechnologie

Wie bereits erwähnt, ist es ein wichtiges Element, den Roboter zuerst eine Karte anfertigen zu lassen. Je besser die Karte, desto besser ist nicht nur das Endergebnis, sondern die "Anstossgefahr" verringert sich. Die Karte in der App ist jedoch nicht sehr detailreich. Auch braucht es mehrere Durchgänge, bis eine gute Karte zur Verfügung steht.

Man kann die Wohnung in Zonen aufteilen und die einzelnen Räume benennen. So kann man Zonen, die schneller dreckig werden, einzonen und den Sauger spezifisch in diese Zone schicken. Die Hinderniserkennung lief manchmal besser, manchmal schlechter. Liess man eine Tasche oder ein paar Schuhe herumstehen, machte der Roboter ein Foto davon.

Diese Fotos konnte man nach den jeweiligen Durchgängen durchsehen und so entscheiden, ob es ein vorübergehendes Hindernis, ein bleibendes Hindernis oder gar kein Hindernis darstellte. Beim Zuschauen erschienen mir die zurückgelegten Wege nicht immer logisch. Und ich hatte das Gefühl, dass er trotz Karte regelmässig in mein Sideboard hineinfuhr, das sich immer an derselben Stelle befand (aber keine Angst, die Vorderseite ist gefedert und kann so euren Möbelstücken nichts anhaben). Der einzige "Schaden", den der Sauger verursachte, war tatsächlich mein neuer Adventskalender, der am Boden stand. Er stiess gegen ihn und fuhr so ein paar Adventspäckchen auf seinem Rücken durch die Wohnung. Kaputt ging jedoch nichts.

Auch kam ich oft nach Hause und fand das Gerät im Badezimmer vor. Dort war er bei der Reinigung so stark gegen die Türe gestossen, dass sich diese geschlossen, er sich selbst eingeschlossen hatte und nicht mehr weiter reinigen konnte. Auch kam einige Male die Meldung, dass er sich nicht mit beiden Rädern auf dem Boden befände, ich den Sauger dann jedoch ganz normal vorfand. Diese Zwischenfälle kamen für meinen Geschmack zu oft vor und da er dadurch auch nicht mehr weiter reinigen konnte, stand er den lieben langen Tag nur herum und verlor an Akkuleistung.

Bin ich zufrieden?

Ja ich bin zufrieden, meinem Problem mit herumliegenden Haaren, Krümeln und offensichtlichem Staub konnte durch den iRobot j7+ Einhalt gegboten werden. Wenn ich nach Hause kam, war die Grundreinigung der Wohnung vollzogen und ich musste lediglich einmal pro Woche eine händische Grundreinigung durchführen. Auch die Akkuleistung reichte für meine Wohnungsgrösse längstens. Aber es gibt Mängel und diese haben mich oft auch genervt. Auch fehlte mir eine Wischfunktion.

Aber im Grossen und Ganzen hat das Gerät meinen Alltag erleichtert. Ich musste während 2.5 Monaten nie den Staubsack wechseln und es hätte sicher nochmals 2.5 Monate gedauert, bis es so weit gewesen wäre. Ich habe Zeit und Kraft gespart und genau darum ging es mir im Endeffekt. Auch ist das Preis-Leistungs-Verhältnis für mich angemessen. Für Anwender, die jedoch technisch noch mehr aus dem Roboter herausholen wollen, mehr personalisieren wollen und die Karte spezifischer ansehen möchten, ist dieses Gerät eher weniger geeignet.

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